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KFZ-VERSICHERUNG Freitag 07.01.2011
Geforderte Unisex-Tarife für Kfz-Versicherung
Dass Frauen und Männer unterschiedlich gut Auto fahren können, kann man bei jedem Stammtisch-Gespräch erfahren. Auch die deutschen Versicherungsunternehmen wissen über diese Tatsache Bescheid – allerdings fällt ihre Bewertung anders aus, als viele denken: Bei mehreren Versicherern gibt es unterschiedlich hohe Prämien, die sich nach dem Geschlecht des Fahrzeughalters richten.
Höhere Beiträge zahlen hier oftmals die Männer, denn es ist statistisch nachzuvollziehen, dass Männer aufgrund ihrer Fahrweise öfter in Schadensfälle verwickelt sind als Frauen. Aus diesem Grund scheint es den Versicherern nur logisch, dass Männer auch einen höheren Beitrag für ihre Police entrichten müssen.
Geht es nach der Ansicht von Julia Kokott, EU-Generalanwältin, ist die geschlechtsspezifische Einstufung eines Autohalters in einen bestimmten Versicherungstarif nicht rechtens. Sie fordert europaweit von den Unternehmen, dass sie mittel- und langfristig ihre Programme auf einheitliche Tarife für Mann und Frau umstellt.
Der Vorschlag stößt hierzulande auf wenig Begeisterung. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnt vor der Einführung des Unisex-Tarifs. Nicht nur, dass die Umstellung zu einer generellen Tariferhöhung für alle Versicherten führen würde, stört die Branche. Mit dem Wegfall Unterscheidung würde auch eine wichtige Möglichkeit entfallen, Versicherte risikogerecht und somit anhand statistischer Belege einschätzen zu können.
Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu dieser Fragestellung wird für dieses Jahr erwartet.
