5. Broker versus Versichererwording

Sehnsüchtig schielen viele Makler auf die Maklerpolicen. Sie vermuten:

  • Arbeitserleichterung, weil Sie Policen nicht mehr bis zu dreimal redigieren müssen und einen
  • Mehrwert beim Kunden, weil ihm suggeriert wird, die Maklerpolice sei besser als die des Versicherers.

Alles dummes Zeug:

Sie hängen sich freiwillig und ohne Not eine zusätzliche Haftung an den Hals, für die Sie kein Geld erhalten. Unklarheiten in einem (Versicherungs-)Vertrag gehen zu Lasten desjenigen, der den Vertrag geschrieben hat. Dies ist ein juristischer Grundsatz. Es gibt ausreichend Schadenfälle, die Versicherer, wegen diffuser Klauseln in Maklerpolicen, abgelehnt haben:
Alusuisse Belgien z.B. hat einen Makler erfolgreich verklagt, weil der Versicherer einen Fall mit Verweis auf die vom Makler zu verantwortende unklare Klauselformulierung abgelehnt hatte.

Sie und Ihr Kunde sind bei der Schadenregulierung psychologisch benachteiligt. Der Schadensachbearbeiter hat einen dicken Hals, weil er den Fall nicht in seiner liebgewonnenen Systematik bearbeiten kann. Bitte bedenken Sie, dass er mindestens sechs unterschiedliche Brokerpolicen auf dem Pult hat. Anstatt seine Energie in die Regulierung des Schadens zu investieren, schlägt er sich zunächst mit einer anderen, ihm nicht geläufigen, Vertragssystematik herum. Von den anderen Klauseln und Vertragsinhalten einmal ganz zu schweigen. An derer Gestaltung hat er im Übrigen nicht mitgewirkt, weil dies Aufgabe der Vertragsabteilung ist, er ist Versicherer, nicht Makler. Sie als Makler sind es gewohnt, mit unterschiedlichen Wordings zu arbeiten.

Der Versicherer als Risikoträger hat das Recht sein Wording zu verwenden. Er zahlt den Schaden!

Ihre vermutete Zeitersparnis können Sie in der Pfeife rauchen! Was glauben Sie, wie lange es dauert, bis Sie und Ihre Mitarbeiter mit einigen Industrieversicherern ein Maklerwording einer einzigen Sparte durchverhandelt haben? Das ist eine Großübung für Masochisten. Wir wissen wovon wir reden.

Seien Sie nicht neidisch, wenn die Großmakler Maklerwordings nutzen. Dies sind Großunternehmen, die andere personelle Ressourcen haben. Im Falle von Auslagerungsschwierigkeiten können Sie politisch Druck ausüben, andere Makler allerdings nicht. Auch wenn Sie sich ärgern, Sie können es nicht ändern.

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