Kurioses
Die Versicherungswirtschaft steckt voller Überrraschungen und ist durchaus humorvoller, als manch einer denken könnte. James hat einige Beispiele dazu zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen!
Haarige Zeiten in der Versicherungsbranche
Dass gerade in den USA die Versicherungswut der Stars und Sternchen ganz besondere Blüten treibt, ist altbekannt. Man denke nur an Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez, die sich ihren Allerwertesten für über 20 Mio. Dollar versichern ließ. Würde ihrem Markenzeichen mit Wiedererkennungswert etwas zustoßen, hätte das sicher drastische Folgen für ihre Karriere.
Etwas anders verhält es sich bei Troy Polamalu, US-Football-Spieler bei den Pittsburgh Steelers. Er ließ sich jetzt bei Lloyd’s ebenfalls ein für ihn wichtiges Körperteil versichern: Geschützt sind nun nicht etwa Beine, Arme oder was sonst man als Footballer einsetzt, sondern – seine Haare. Polamalu, der nach eigenen Angaben seit fast zehn Jahren nicht mehr auf dem Friseurstuhl saß, hat nun eine Police über 1 Mio. Dollar abgeschlossen. Dass er an seiner Haarpracht hängt, ist aber auch verständlich, schließlich hat sie dem US-Amerikaner einen hochdotierten Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller eingebracht.
Diesen Text schrieb eine Versicherungsnehmerin an ihre Versicherung. Sie wurde aufgefordert zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass ein Sturmschaden an ihrem Gartenzaun entstanden ist.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie fordern eine Begründung wie es dazu kam, das mein Zaun von einem Sturm zerstört worden ist. Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl schreiben soll, ich dennoch gezwungen bin zu antworten, um meinen Pflichten als Versicherungsnehmerin nachzukommen, trage ich nun ordnungsgemäß vor:
"Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich. Wo sie senkrecht auf die Erde trifft (am Äquator), wärmt sie stärker als da, wo sie schräg auftrifft (Nord- und Südpol). Und über Land wärmt sie stärker als über dem Meer. Aufgewärmte Luft dehnt sich aus, der Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das "Hochs"). An kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig ("Tiefs"). Die Luft versucht, diese Druckunterschiede wieder auszugleichen: Sie strömt von Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem Luftdruck, je größer die Druckunterschiede sind, um so schneller bewegt sich die Luft mit 6 Km/h, nennt man das Wind. Ab 75 Km/h nennt man diese Bewegung Sturm, ab 118 Km/h Orkan. So schnell ist die Luft aber nur bei extremen Druckunterschieden.
Ein solcher Druckunterschied lag am Schadenstag über Deutschland vor. Zur Unglückszeit passierte schnelle Luft den Großraum Hessen, wobei sie auch durch Asterode und an meinem Haus vorbeikam. Da mein Haus der schnellen Luft im Wege stand, sollte es weggepustet werden. Das jedoch ließ mein treuer Zaun nicht zu. Um das Haus zu schützen, hat sich mein armer Zaun mit aller Kraft gegen die schnelle Luft gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus erfolgreich zu verteidigen, so dass die schnelle Luft gezwungen war, den Weg durch das Nachbarhaus zu nehmen.
Als das große Dach des Nachbarhauses in einem Stück vorbeigeflogen kam, was nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muß mein Zaun erschrocken oder zumindest kurz abgelenkt gewesen sein. Die schnelle Luft hat ihre Chance sofort genutzt und meinen treuen Zaun heimtückisch niedergedrückt. Der Held brach zusammen und starb noch am Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin erfolgreich beschützt hatte."
Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang, so wie er sich real zugetragen hat. Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall ist als ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts hinzuzufügen ist, außer das an dem Tag in Asterode - wie in ganz Deutschland - Sturm war.
Sollte weiterer Vortrag notwendig sein, Zeugenaussagen begehrt oder Ihrer
Ansicht nach eine Obduktion des Zaunes erforderlich sein, stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
Unfallskizzen können auch sehr lustig sein.
Porschefahrer haben es so schwer im Leben.
Und zum Schluß; ein bißchen Poesie schadet nie!
Auch sind wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns lustige Korrespondenz, mißratene Schadensfälle etc. zur Veröffentlichung schicken (natürlich anonym!).
