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GESCHÄFTSFÜHRER/IN bzw. VORSTÄNDE

Als Geschäftsführer sind Sie ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens und entscheiden über den wirtschaftlichen Erfolg. Sie tragen das wirtschaftliche Risiko Ihres Handelns. Je nach Branche kommen weitere spezifische Risiken hinzu.
Das James Versicherungsportal bietet Ihnen objektive Informationen, die Sie benötigen, um die betrieblichen und privaten Versicherungen besser zu verstehen und zu regeln. Die berufliche Schadensverhütung und die private Prävention mithilfe von Versicherungen sind gleichfalls wichtige Themen, die James behandelt.

 

13. Neue Studie zur D&O-Versicherung in Deutschland

"Tillinghast Towers Perrin" hat zusammen mit einem deutschen D&O-Spezialmakler die erste Studie für Deutschland über die D&O-Versicherung vorgelegt.

Teilgenommen haben 113 zumeist große Unternehmen mit überwiegend € 100 Mio. und mehr Jahresumsatz, die zusammen 10% Marktanteil am deutschen D&O-Markt haben.

Damit liegt erstmals eine statistisch repräsentative Untersuchung zur D&O-Versicherung vor. Die Ergebnisse sehen wie folgt aus:

  1. In 2007 lag die durchschnittliche Gesamtprämie einer D&O-Police  bei € 219.014 je Grundvertrag und war damit rund 4% niedriger als im Vorjahr. Der durchschnittliche Jahresbeitrag aller Teilnehmer für D&O (Grundvertrag plus Exzedentenpolicen für weitere Manager) lag sogar bei € 441.000 und war 10% günstiger als in 2006.

    Bereits ein Schadenfall in Höhe von € 200 Mio. kann die jährlichen Prämieneinnahmen des gesamten Marktes aufzehren.

  2. Der größte Schadenfall in Deutschland wurde mit € 168 Mio.  reguliert.  Der Ex-Vorstandschef von Daimler-Chrysler, Jürgen Schrempp, hatte eine Sammelklage von US-Anlegern wegen grober Täuschung am Hals, nachdem er die Fusion nachträglich als Übernahme durch Daimler hingestellt hatte. Daimler musste € 175 Mio. zahlen und hat sich die € 168 Mio. von dem Versichererkonsortium ACE, AXA, Chubb, HDI, Gerling, Zürich, XL und Basler zurückgeholt.

    Es wird geschätzt, dass auf zehn Policen eine Schadenmeldung pro Jahr folgt. In den letzten 10 Jahren traten bei 16% der versicherten Unternehmen Schadenfälle auf. 

  3. Steigende Haftungsrisiken schüren die Nachfrage nach D&O Versicherung nicht nur bei DAX Unternehmen, für die solche Policen fest zum Risikomanagement gehören. Auch der Mittelstand muss sich zunehmend gegen Fehltritte absichern, zumal Klagen gegen Manager von Aktiengesellschaften inzwischen erleichtert wurden, was in 2005 und 2006 für Prämiensteigerungen sorgte, die aber inzwischen wieder abgeklungen  sind. Wie aus der Branche zu hören ist, befinden sich die Preise zur Zeit fast im "freien Fall".

    Eine Minderheit von Anteilseignern kann eine Haftungsklage gegen Vorstände oder Aufsichtsräte einer AG einreichen, wenn sie ein Prozent der Aktien oder einen Börsenwert von € 100.000 vertritt. Früher lag die Schwelle bei 10% bzw. € 1 Mio.

  4. Als häufigstes Fehlverhalten weist die Studie Fehler beim Unternehmenskauf und -verkauf (29% der Nennungen), gefolgt von Kontrollmängeln und Fehlern beim Kauf von Waren und Dienstleistungen. Der Durchschnittsschaden beläuft sich auf € 395 Mio., wobei nur € 301 Mio. als Schadensersatz verlangt werden. Bei diesen hohen Summen grenzt es fast an ein Wunder, dass 57% der in den letzten 10 Jahren in Deutschland aufgetretenen D&O-Haftungsfällen bereits abschließend geklärt sind. In keinem Fall zahlte ein Versicherer dabei jedoch freiwillig im vollen Umfang. Ganz überwiegend kam es zu Gerichtsurteilen, gerichtlichen oder außergerichtlichen Vergleichen. In jedem dritten Fall entbrannte ein Streit mit dem Versicherer, ob und wie weit überhaupt Deckungsschutz besteht. Der häufigste Einwand der Versicherer war Vorsatz und wissentliche Pflichtverletzung.

  5. Immerhin zeigt der Corporate-Governance Kodex den Weg, die Versicherung bezahlbar zu halten. Manager sollen danach für von ihnen verursachte Schäden einen Selbstbehalt zwischen drei und 12 Monatsgehältern zahlen. Die Studie hat aber herausgefunden, dass zwei von drei großen Unternehmen keinen Selbstbehalt vereinbaren. In den anderen Fällen werde bei Unternehmen mit einer Bilanzsumme von unter € 1 Mio. im Schnitt € 15.000 Selbstbehalt für das Fehlverhalten der Geschäftsführung (Aufsichtsräte: € 3.500)  vereinbart. Bei höheren Bilanzsummen sind im Schnitt € 125.000 Selbstbehalt fällig, beziehungsweise fünf Monatsgehälter (Aufsichtsräte: € 29.000).

  6. Als Gründe für den Abschluss einer D&O-Police nannten die befragten Unternehmen: Vorsichtsprinzip (80%), Schutz gegen Gesetzesverschärfungen (50%), Schutz der Bilanz und Schutz vor Fehlverhalten des Managements (37%). Nur für 3% der befragten Unternehmen waren eigene Schadenerfahrungen eine Motivation für den Kauf einer D&O-Police.

  7. Marktführer auf Anbieterseite sind: AIG (24,3%), Allianz (17,2 %), HDI-Gerling (7,7%), XL Insurance (7,4%), ACE (6,9%), Zurich (6,8%), Liberty Mutual (6,4%),HCC (4,0%), Lloyds (2,3%) und AXA (2,3%).

(Aus portfolio international, Ausgabe 2, März 2008, Autor: Detlef Pohl)

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