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HAUSVERSICHERUNGEN Freitag 22.01.2010
Was Sie bei Ihrer Hausratversicherung beachten sollten
Etwa 75% der deutschen Haushalte besitzen eine Hausratversicherung, aber ausreichend geschützt sind sie dadurch noch lange nicht, wenn im Ernstfall Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser, Einbrecher oder Unwetter entstanden sind, ersetzt werden sollen.
Im Schnitt hat einer von zehn Kunden einen passenden Vertrag. Der Rest ist entweder über- oder unterversichert. Im Ernstfall hat der Kunde, der überversichert ist, keine Nachteile, nur den einen, dass zuviel Versicherungsbeiträge gezahlt wurden. Der Kunde allerdings, der unterversichert ist, bekommt nur die Versicherungssumme ersetzt. Gehen wir davon aus, dass der Hausrat € 75.000,00 Wert ist, der Kunde aber nur € 50.000,00 versichert hat, dann verliert der Unterversicherte € 25.000,00.
Die Hausratversicherung muss jährlich überprüft werden und die Versicherungssumme muss dem Wert des Hausrates angeglichen werden. Auch sollte man den Preis und die Konditionen der einzelnen Anbieter vergleichen.
Bei der Hausratversicherung kommt es auf zwei Dinge an, erstens müssen alle Gegenstände erfasst werden, die versicherbar sind. Man spricht in diesem Zusammenhang von beweglichen Teilen. Sie können sich das so vorstellen, wenn man eine Wohnung oder ein Haus auf den Kopf stellt, gehören all die Dinge zum Hausrat, die herunterfallen. Es gehören auch Einbauten, die woanders wieder aufgestellt werden können, wie z.B. eine Einbauküche, zum Hausrat. Allerdings muss hier auf Sonderanfertigungen etc. geachtet werden. Geschieht z.B. ein Schaden an der Einbauküche, die Sondermaße hat, kann es gut möglich sein, dass der Hausratversicherer den Schaden dem Wohngebäudeversicherer zuschiebt. Um Streiterein zu vermeiden, ist es ratsam beide Policen bei dem gleichen Versicherungsunternehmen zu versichern.
Zum zweiten müssen die schädigenden Ereignisse, gegen die versichert werden soll, erfasst werden, dazu gehören Brände, Leitungswasser, Rohrschäden, Einbrecher, Raub und Vandalismus, Explosionen und Blitzeinschläge sowie Frostschäden, Sturm und Hagel.
Man sollte sich zudem überlegen, ob man seine Hauratpolice aufgrund von bestimmten Gegebenheiten erweitert. Einige Beispiele hierfür sind: Sie haben einen Wintergarten, ein teures Fahrrad (in den meisten Hausratpolicen sind Fahrräder meistens mitversichert, aber nur unter bestimmten Bedingungen), Sie besitzen teure Antiquitäten oder wohnen an einem Fluss.
Ihr Fernseher und PC sind bei Blitzschäden durch die Versicherung gedeckt, schlägt allerdings der Blitz beim Nachbarn oder in einer Hochspannungsleitung an, haben Sie genauso große Schäden zu verzeichnen, allerdings kommt in diesem Fall dann nicht die Hausratversicherung für diesen Schaden auf. Es empfiehlt sich in seiner Police auch Überspannungsschäden zu versichern.
Man sollte im Versicherungsvertrag "Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit" vereinbaren. Mit dieser Klausel sind Sie auf der sicheren Seite, selbst wenn Sie sich grobe Schnitzer, wie z.B. Einbrecher stieg durch die gekippte Terrassentür ein, geleistet haben, bekommen Sie die volle Versicherungssumme ersetzt.
Bitte beachten Sie, dass eine Hauratpolice nicht den Zeitwert der einzelnen Gegenstände ersetzt, sondern den Wiederbeschaffungswert. Bei besonders teuren Gegenständen ist es ratsam eine Fotostrecke bei der Versicherung zu hinterlegen. Wem es zu mühsam ist regelmäßig seinen kompletten Hausrat mit den entsprechenden Preisen aufzulisten, der kann pro Quadratmeter Wohnfläche eine Versicherungssumme von mindestens € 650,00 vereinbaren. Man kann dann davon ausgehen, dass der Versicherer, wenn trotz allem eine Unterversicherung vorliegt, den Schaden bis zur Versicherungssumme vollständig begleicht.
Der Umfang der Leistungen bestimmt grundsätzlich die Höhe der Beiträge. Die Beiträge steigen im Schnitt proportional zur Höhe der Versicherungssumme. Auch kommt es auf die Lage der Wohnung/des Hauses an. Der Beitrag wird außerdem aufgrund der Schadenhäufigkeit berechnet. Bewohner ländlicher Gegenden bezahlen also in der Regel weniger Beiträge als Bewohner, die in schwierigeren Vierteln wohnen.
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