11.8 Eigener Versicherungsmakler, Captive Broker
Es ist eine primär deutsche und österreichische Spezialität. Die Idee dafür hatte ein deutscher Industrieversicherer in den 60er Jahren. Er wollte dadurch verhindern, dass Versicherungsmakler stärker ins Industriegeschäft vordringen. Sein Hintergedanke war, dass der Inhouse Broker ein sicherer Kantonist sei, der besonders durch einen Versicherer gepflegt werde. Folglich übernahm dieser Versicherer weitgehend die Arbeit des Inhouse Maklers. Die Treue des Kunden wurde belohnt mit Wining and Dining sowie Travelling. Alles Dinge, die nicht unwesentliche Parameter des Gesamtkonzeptes waren.
Sie können sich darauf verlassen, dass die US-amerikanischen Unternehmen sofort Inhouse Broker hätten, wenn sie sähen, dass man damit betriebswirtschaftlich sauber Geld verdienen könnte. Es gibt keinen einzigen Inhouse Broker in den USA. Das sollte den CFOs der Unternehmen im deutschsprachigen Raum, die sich Inhouse Broker leisten, wirklich zu denken geben.
Bitte beantworten Sie sich die Frage: Wollen Sie sich eine zusätzliche Haftung in Ihrem Unternehmen für potentielle Fehler Ihres Inhouse Brokers aufladen? Der externe Makler haftet.
Stellen Sie ganz einfach gegenüber:
- Die Gesamtkosten des Inhouse Brokers einschließlich Kosten für die Erstellung der Bilanz
- Haftung
- Kompetenz
- Know-how und zwar einerseits das Ihres Inhouse Brokers und andererseits das eines externen Maklers
Wir wissen, dass es einige wenige Inhouse Broker gibt, die erstklassige Fachleute haben. Nur, ob man deswegen den Apparat einer eigenen Versicherungsmaklerfirma benötigt, muss hinterfragt werden.
Die Courtage, die der Inhouse Broker erhält ist - das dürfen Sie nicht vergessen - in der Prämie enthalten und Sie zahlen die Prämie. Wenn nun Erträge erwirtschaftet werden, dann basieren diese auf von Ihnen finanzierten Courtagen.
